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Über uns
Heute noch Kommunistin oder Kommunist sein – ob das wohl eine gute Sache ist? Wir meinen natürlich: ja. Das nach dem Zusammenbruch des Ostblockes versprochene Ende
der Geschichte ist ja wohl ausgeblieben. Daß wir in der Besten aller Welten leben, wie es uns Politikerinnen und Politiker aller Parteien weismachen wollen, wollen viele nicht einsehen – die vier Millionen Arbeitslose z.B.
werden dazu eine ganz spezielle Meinung haben. Eine Meinung, die allerdings natürlich meist alles andere als Links ist. Viele spüren, daß der Sozialabbau noch ganz anders weitergehen wird, wenn die BRD einmal in eine ernsthafte
Krise geraten sollte. Offener Krieg ist mit dem Kosovo-Konflikt wieder eine Option der Herrschenden geworden. Faschistische Gruppen und besoffene Schläger bekamen staatlicherseits allerhand Steilpässe zugespielt – und wurden
erst dann ein Problem, als die Wirtschaft zu jammern anfing. Immer noch werden gleich ganze Bevölkerungsschichten abgehängt, ob Alte und Rentner, ob Flüchtlinge oder Arbeitslose. Sie zählen einfach nicht mehr. Es zählen nur
die Handy-Yuppies, die Aktienbesitzer und Ellbogenkämpfer. Bei den Abgehängten mehrt sich die Unzufriedenheit und die Wut, aber sie zielt keineswegs gegen die Verursacher. Wie sollte es auch anders sein bei dem Bild, das die
Linke gemeinhin bietet. Wer kennt nicht die heillose Zersplitterung der Linken in der BRD und das fast wahnsinnige Rumgehacke, das zwischen diversen Kleinstgruppen stattfindet. Wir wissen um das furchtbare, sektenähnliche
Auftreten einiger Gruppen, die sich meist damit begnügen, den guten alten Zeiten nachzutrauern und die Jahrestage von irgendwelchen Leuten abzufeiern oder die DDR und Kuba hochzujubeln. Wir kennen genug “Kommunistische
Parteien”, die so tun, als stellten sie bereits den Außenminister, und wir kennen auch genug andere anarchistische, autonome und alle möglichen Gruppen, die nach endlosen Theoriedebatten zu dem Ergebnis kommen, daß auf dieser
Erde eigentlich niemand mehr “so richtig” arbeitet und lediglich nach “Freiräumen” jenseits kapitalistischer Waren- und Verwertungslogik zu suchen sei, und die sich folglich nur noch mit sich selbst beschäftigen. Und das alles
verbunden mit einem schauderhaften missionarischen Gebaren, dessen einziger Ausfluß oft das abendliche Besäufnis am Biertisch ist. In dieser Lage ist Bescheidenheit die erste Tugend: die erste Aufgabe für Linke ist heute
möglicherweise, kleine Schritte zu tun, das Wort Kommunismus mit einem verstehbaren Inhalt zu füllen und in politische Kämpfe nachdenkend und nachdenklich einzugreifen. Kurz: ein Angebot zu machen, das die Wirklichkeit nicht
leugnet und den eigenen Anspruch und die Leute, an die man sich wendet, ernst nimmt. Unserer Meinung nach sind in der BRD nicht die Einkommen der ArbeiterInnen, Erwerbslosen, RentnerInnen, Auszubildenden und
SozialhilfeempfängerInnen das Problem. Das strukturelle Problem ist der Kapitalismus und sein Profitstreben - die Gewinnsucht der Reichen. Dies zu belegen ist eines der Ziele von Enteignung.com
. Und folglich sind wir der Auffassung, daß die Situation der Arbeitenden nur durch die Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln, den Banken etc. und der Herrschaft der Kapitalisten grundlegend verbessert
werden kann. Deshalb sind wir Kommunistinnen und Kommunisten. Enteignung.com
soll keine Theorieseite sein, sondern über die gegen die Arbeiterinnen und Arbeitern gerichtete Politik der Herrschenden berichten, Hintergründe beleuchten und den Widerstand dagegen forcieren helfen. Wir verstehen unsere Seite als einen Beitrag zur dringend notwendigen kommunistischen Organisierung in der BRD.
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