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Artikel in der Rubrik Lokales Berliner Bankgesellschaft: Selbstbedienung de luxe
Der Kampf gegen die Armen Wenn die Maske fällt... ...ist der Maskenball noch lange nicht zu Ende
Berliner Bankgesellschaft: Selbstbedienung de luxe Hier mal wieder eine kleine Presseschau zur Berliner Bankgesellschaft. Der in dieser Angelegenheit tätige Untersuchungsausschuss
förderte folgende bizarre Praxis der Top-Manager zutage:
Der Kampf gegen die Armen Am Unglück der Welt sind nicht nur die Terroristen schuld, sondern auch die Armen – dieser Eindruck jedenfalls drängt sich auf, wenn man die Berliner
Lokalpolitik mit ihren immer neuen Bemühungen um Einsparungen betrachtet. Regelmäßig werden Obdachlose, SchülerInnen, behinderte Menschen, Kinder, Mieter usw. usf. zur Kasse gebeten, um den Berliner Haushalt zu sanieren. Ein
hoffnungsloses Unterfangen, macht man sich die Dimensionen des Problems klar: Im Jahre 2002 betrug allein die Neuverschuldung über 6 Milliarden Euro; bis 2006 wird selbst bei striktestem Sparkurs die Gesamtschuldensumme auf 56
Milliarden Euro steigen.
Wenn die Maske fällt... ...ist der Maskenball noch lange nicht zu Ende Seit April 2001 schleppt sich die Aufarbeitung der Berliner Bankenaffäre dahin – so lange tagt bereits der parlamentarische Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Die bahnbrechenden Ergebnisse des Ausschusses haben wir nun zusammengefasst – kurz und knapp, wie es sich gehört. Erkenntnis: Die alten Sprichwörter sind doch immer wahr. Eine Krähe hackt der anderen... usw. usf. “Die parlamentarische Untersuchung der CDU-Parteispenden- und Bankenaffäre begann am
Freitag mit einem Eklat. Der ehemalige Vorstandschef der Berlin-Hannoverschen Hypothekenbank, Klaus Landowsky, verweigerte vor dem Ausschuss die Aussage. Er berief sich auf laufende Ermittlungsverfahren und noch nicht
abgeschlossene Prüfungen der umstrittenen Kreditgeschäfte der Berlin Hyp. Erst wenn Landowsky die Aktenlage und die ihn betreffenden Zeugenaussagen kenne, werde er "zu gegebener Zeit umfassend zur Verfügung stehen und nach
bestem Wissen zur Aufklärung beitragen", erklärte sein Rechtsanwalt Karl-Georg Wellmann. "Jetzt ist die Maske gefallen", kommentierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Wowereit die Auskunftsverweigerung
Landowskys.” “Wolfgang Rupf schwieg sich wieder aus. Am Freitag sollte der ehemalige Chef der
Bankgesellschaft dem Untersuchungsausschuss zur Bankenaffäre Auskunft geben. Viele Abgeordnete, die sich endlich Hinweise zu verschwundenen Millionen, bizarren Sicherheiten und verwegenen Immobilienprojekten erhofften, bekamen
- wie fast schon üblich - nichts. Rupf verweigerte die Aussage. Gegen den Manager laufen mehrere Verfahren, er muss vor dem Ausschuss nichts sagen, wenn er sich dadurch belasten würde.” “Der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen hat Fehler bei der Kontrolle der
Bankgesellschaft eingeräumt. Vor dem Untersuchungsausschuss zur Bankgesellschaft sagte der CDU-Politiker gestern: «Aus heutiger Sicht muss man sagen, die Aufsicht hat nicht hinreichend funktioniert.» Persönliche Verantwortung
für die Schieflage der Bankgesellschaft wies Diepgen dagegen zurück: «Ich weiß, dass ich keine persönliche Verantwortung dafür hatte.» An der Gestaltung der umstrittenen Immobilienfonds war er seinen Aussagen zufolge zu keinem
Zeitpunkt beteiligt.” “Wowereit hatte dabei Vorwürfe zurückgewiesen, er habe sich bei der Aufarbeitung des
Bankenskandals falsch verhalten. Dabei ging es um einen Brief an Wowereit, in dem ein Gutachter auf die Risiken der Fondsgeschäfte seines Auftraggebers hinwies. Der Gutachter hatte zuvor bereits Eberhard Diepgen (CDU) über
mögliche Risiken informiert, von ihm aber keine Antwort erhalten. Wowereit leitete den Brief an die damalige Finanzsenatorin weiter.” “Der frühere Wirtschaftssenator Norbert Meisner hatte vor dem Ausschuss seine Haltung in
der Gründungsphase verteidigt. «Wenn zwei Banken fusionieren, ist der Schutz des Vermögens einer der beteiligten Seiten vor der anderen kein Thema», sagte der heutige Unternehmensberater. Dies habe auch bei der BGB keine Rolle
gespielt. Außerdem sei die LBB unter dem Dach der privaten Holding «rechtlich der einzige Weg» gewesen.. Im Übrigen sei die Konstruktion der BGB nicht Ursache für die gemachten «miesen Geschäfte»” “Der damals für die Bankgesellschaft zuständige Abteilungsleiter in der Finanzverwaltung,
Reinhard Baumgarten, wies jede Verantwortung für die Fehlkonstruktion der Bankgesellschaft zurück. Es habe in der Gründungsphase keine Anhaltspunkte dafür gegeben, an den Angaben der Bank zu zweifeln. Die Kritik des
Rechnungshofes habe dabei keine Rolle gespielt. «Man wird doch einmal unterschiedlicher Ansicht sein dürfen als der Rechnungshof», sagte Baumgarten im Untersuchungsausschuss.” “Ditmar Staffelt betritt den Saal im Abgeordnetenhaus gut gelaunt, grüßt alte politische Bekannte wie Grünen-Fraktionschef Wolfgang Wieland und beginnt kurz nach neun Uhr am Freitag seine Zeugenaussage im Untersuchungsausschuss mit den Worten “Mein Name ist Doktor Ditmar Staffelt” ... Eine “schlagkräftige Bank” habe man mit der Gründung der Bankgesellschaft gewollt: für die wirtschaftliche Belebung Berlins, für kleine, mittelständische Unternehmen und für Investoren. “Wir glaubten an ein tragfähiges Konstrukt”, sagt Staffelt, “und sind von einem Controlling, das funktioniert, ausgegangen.” Außerdem hätten alle Experten zur Bankgesellschaft geraten. Als Aufsichtsratsmitglied habe er zwar immer wieder mal “große Sorge geäußert” über die Auflage risikoreicher Immobilienfonds. “Mund und Nase habe ich aufgesperrt, als Wirtschaftsprüfer sagten, dass 25-jährige Mietgarantien durchgeprüft seien.” Aber man habe sich auf die Wirtschaftsprüfer verlassen. Außerdem: In den Kontrollgremien der Banken hätten ja nicht nur “Politik-Dödels” gesessen, sondern auch hochrangige Unternehmensführer. Dennoch habe der Aufsichtsrat keine ausreichenden Kontrollmöglichkeiten gehabt. “Das ist im Nachhinein schon frustrierend.” Staffelt lehnte eine politische Verantwortung für die Konstruktion der Bankgesellschaft ab. Er habe erst “sehr viel später” die mahnenden Hinweise des Rechnungshofes erhalten.” “Auch Klaus Landowsky, Ex-CDU-Fraktionschef, Ex-Vorstandssprecher der Berlin Hyp,
ist bei seinem Auftritt am Freitag gut gelaunt. Ausufernd berichtet er von der Gründungsphase der Bankgesellschaft, von der Struktur der LBB-Fonds, von den Schwierigkeiten einer Holding-Gründung. Niemand im Ausschuss
unterbricht ihn dabei. Persönliche Schuld an der Bankenmisere weist er von sich: “Ich habe meine Aufgabe als Bank-Chef wahrgenommen.” Die schlechte Entwicklung der Bankgesellschaft sieht er als Folge des “Niedergangs der
Immobilienmärkte”. Auch andere Banken und Konzerne hätten nach den neunziger Jahren Wertberichtigungen vornehmen müssen. Er sei aber sicher, dass alle – Politiker und Aufsichtsratsmitglieder – “ihr Bestes” gewollt und rechtlich
einwandfrei gehandelt hätten. “Wir haben uns alle geirrt. Das ist leider so.” Landowsky sagt, er habe als Banker von keinen Risiken gewusst – und als CDU-Politiker habe er sich wegen der Interessenverquickung “zurückgenommen”.
Für Bank-Entscheidungen seien der Hauptausschuss und die zuständigen Senatoren verantwortlich gewesen.” Nichts, niemand, nirgends, nie ist also die Parole. Passend hierzu noch eine letzte Meldung: “Die angeschlagene Bankgesellschaft Berlin hat wenig Chancen, von früheren Vorständen
Regressforderungen einzutreiben. Wie aus den der Berliner Morgenpost vorliegenden Gutachten hervorgeht, können Ex-Vorstandschef Wolfgang Rupf und ehemalige Vorstandskollegen kaum wegen der Schieflage des Finanzkonzerns belangt
werden. Das segensreiche Wirken der politischen Elite Berlins wird also der Allgemeinheit noch viele Jahre die Geldbörsen plündern. So ist das eben,
wenn “Wirtschaftsexperten und Banker” eine Bank gründen.
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